Borneo-Tour - Übersicht (Februar/März 2002)

Im Winter 2002 hies das Reiseziel Borneo - wobei sich Aufenthalte in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur und in Singapur während des Hin- und Rückfluges
geradezu anboten. In fünf Wochen ist es allerdings ziemlich unmöglich, die gesamte Insel Borneo zu erkunden, weswegen eine weiter Einschränkung auf
den malaysischen Teil hinzu kam - also die beiden Bundesstaaten Sarawak und Sabah sowie ein kurzer Abstecher ins hierzulande so ziemlich
unbekannte Sultanat Brunei Darussalam.

Bei der Reiseplanung empfiehlt es sich durchaus, ein paar mehr Gedanken zu verschwenden - in Malaysia gibt es eine faszinierend hohe
Anzahl an Feiertagen und Festen, die allerdings teilweise nur regional begangen werden. Im Reisezeitraum lag nun das Chinesische Neujahrsfest
und andererseits das Ende der Schulferien. Da während der Ferienzeit in Malaysia ein reger Reiseverkehr herrscht und viele Nationalparks und
sehenswerte Gegenden massiv überlaufen sind, sollte auch darauf geachtet werden ... ansonsten kann man auch einfach mal nicht weiter kommen.
Unsere Anreise fiel so ziemlich mit dem Beginn des chinesischen Neujahrsfestes zusammen - was mir allerdings unbekannt geblieben ist war die
Tatsache, daß dieses Fest gute zwei Wochen gefeiert wird und die Höhepunkte der Feierlichkeiten am Ende liegen. Somit passierte während
unseres Aufenthaltes in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur noch nicht so sehr viel Außergewühnliches. Von KL ging es dann weiter
nach Brunei Darussalam per Flieger - für solche Reisen unbedingt erkundigen, ob und wieviele Stopover eine Fluggesellschaft erlaubt.
Bei Malaysian Airlines gab es für ein paar Euro mehr die Möglichkeit, 3 Stopovers einzulegen, was sich als ausgesprochen günstig
erwiesen hat. Von Brunei Darussalam ging es dann per Boot über die Insel Labuan nach Kota Kinabalu und vor dort weiter in den
Kinabalu National Park (für den die Permits in Kota Kinabalu zu besorgen sind).
Eine Besonderheit der beiden malaysischen Bundesstaaten auf Borneo ist, daß beide unabhängige Grenzkontrollen haben - man bekommt also eine gewisse Übung im Ausfüllen der
Immigration Cards und die vollgestempelten Seiten im Reisepass werden rapide mehr.

Nach der Bergtour auf den Mt. Kinabalu ging es dann per Bus weiter an die Ostküste nach Sandakan und ins Sepilok Orang-Utan Reservat. Als nöächste Station war Miri in Sarawak vorgesehen,
quasi als Sprungbrett für die nahegelegenen Nationalparks Lambir Hills und Niah Caves (hier gibt es die wohl zweitgrößte
Höhle der Welt!).
Dieser Weg wurde der Einfachheit halber per Flieger zurückgelegt, bevor es wieder per Bus weiterging.
Der Besuch eines weiteren Parks, des direkt an einem Küstenstreifen gelegenen Similajau Nationalparks, machte einen Zwischenstop in
der Stadt Bintulu, eine Boom-Town welche hauptsächlich durch die Ölförderung groß geworden ist, zwecks Erwerb der
notwendigen Permits erforderlich. Nach dem Besuch in diesem Park, wo wir überigens tatsächlich die einzigen Besucher zu der Zeit waren,
gab es noch einen Abstecher ins Hinterland nach Kapit am Flußlauf des Belaga - denn man übrigens auch per Boot bereisen mußte,
um überhaupt in die Gegend zu gelangen.

Möchte man von Kapit aus weiter ins Land hinein, braucht man eine gesonderte Genehmigung, allerdings hatten wir leider nicht mehr all zu viel Zeit.
Es ging weiter Richtung Westen nach Sibu - der größten und mehrheitlich
chinesisch bewohnten malaysischen Stadt Borneos, und schließlich nach Kuching. Die Hauptstadt Borneos wurde der Erzählung
nach mehr oder weniger irrtümlich nach Katzen benannt - Kuching ist das malayische Wort für Katze. Dafür gibt es heute
jede Menge Katzenstatuen in allen denkbaren Größen in der Stadt zu finden sowie das wohl weltweit einzige Katzenmuseum - und
eine ausgesprochen schöne Altstadt.
Von Kuching aus ist man dann schnell per Flugzeug im Stadtstaat Singapur - der letzten Station bevor es wieder zurück ging.
Zum Schluß vielleicht noch ein paar Anmerkungen - wer nach Malaysia fährt, sollte keine uralten Bauten und Kulturdenkmäler
erwarten. Traditionell wurde sehr viel mit Holz gebaut, ein Baustoff, der reichlich vorhanden war. Allerdings, im vorherrschenden feucht-warmen
tropischen Klima halten solcherlei Bauten nur zwei Jahrhunderte der Umwelt stand. Dazu kommt, daß die malayische Halbinsel
noch nie besonders dicht bevölkert war - und die weltweit bekannten Großstädte Singapur und Kuala Lumpur erst Mitte des
19.Jahrhunderts gegründet wurden. Das Interessante an Malaysia ist der kulturelle Mix verschiedener Völker mit jeweils eigenen kulturellen
Wurzeln und Verhaltensweisen, dazu kommt eine immer noch vorhandene Wildnis mit nahezu menschenleeren Gegenden - von den 22 Millionen
Einwohnern Malaysias leben immerhin 18 Millionen auf dem Festland und nur gerade mal 3 Millionen auf Borneo! Wer also eher Altes mag, ist
sicher in Thailand oder Indien weitaus besser aufgehoben - Malaysia lebt durch seine Menschen und seine Natur.
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